Kidney-Bean

Kidney-Bean

 

Ein störender Effekt, der bei vielen Okularen mit großem Augenabstand auftritt ist der Kidney-Bean-Effekt. Idealerweise wird  hinter dem Okular die Eintrittspupille (das ist die wirksame Aperturblende) Aberrationsfrei abgebildet. Dies bedeutet, dass sich alle parallel aus dem Okular austretende Bündel am Ort des Bildes der Austrittspupille schneiden (Bild 1).

 

Die Bündel lassen sich dann relativ Problemlos von der Pupille des Auges (in Bild 1 schematisch durch die rote Linie dargestellt) einfangen.  Auch durch kleinere Kopfbewegungen werden noch alle Strahlen vom Auge erfasst.

Wenn die Eintrittspupille mit Öffnungsfehler abgebildet wird, schneiden sich die Hauptstrahlen der Bündel nicht mehr in einen Punkt (schematisch in Bild 2 dargestellt).

 

 

Die Pupille des Auges (wieder die rote Linie) kann zwar noch alle Bündel einfangen , aber schon bei kleinen Kopfbewegungen werden Bündel von der Iris beschnitten – es tritt der Kidney-Bean-Effekt auf. Etwas verringern lässt sich der Effekt bei hellen Objekten dadurch, dass eine Blendung des Auges vermieden wird. So kann beim Mond durch Graufilter verhindert werden, dass sich die Augenpupille Vollständig zuzieht. Eine größere Pupille kann aber die Bündel leichter einfangen.

 Zu bemerken ist noch, dass auch Okulare mit großem Kidney-Bean durchaus  eine sehr gute Abbildung liefern können. Für die Abbildung des Beobachtungsobjektes ist die Abbildungsqualität der einzelnen Bündel maßgebend, nicht die Qualität der Pupillenabbildung.