Refraktor 102/1200

Refraktor 102/1200

 

Bild 1 zeigt einen selbstgebauten Refraktor 102/1200.

 

 

Bild 1

 

Der Refraktor besitzt ein Fraunhoferobjektiv von TMB. Das Objektiv ist über Zug- und Druckschrauben justierbar am Tubus angebracht (Bild 2).

Für den Tubus wurde ein Alurohr mit einer Wandstärke von 4mm verwendet. Im Tubus befinden sich Blenden zu Streulichtunterdrückung. Zur Reduzierung des Tubusseeing wurden die Blenden mit Bohrungen versehen (Bild 2). Ein Nachteil dieser Methode ist, dass durch die Bohrungen etwas Streulicht zum Okular gelangen kann, wie Bild 3 zeigt. Allerdings ist die Gesamtfläche der Bohrungen so gering, dass der Streulichtanteil gering ist. Dies zeigt sich auch in der Praxis. Selbst wenn ein Stern in unmittelbarer Nähe des fast vollen Mondes beobachtet wird, ist das beobachtete Streulicht wenig auffällig, wobei das Streulicht stark vom verwendeten Okular abhängt. Dies dürfte ein Indiz dafür sein, dass der vom Fernrohr erzeugte Streulichtanteil gering ist.

 

Bild 2: Objektivseite des Refraktors

 

 

Bild 3: Blick durch das Okularende, Fernrohr gegen den hellen Tageshimmel gerichtet

 

Im Vergleich mit einem Refraktor 80/1200 (dessen Blenden keine Bohrungen aufweisen) zeigt der 102/1200 ein geringeres Tubusseeing. Besonders deutlich wird dies, wenn in einer kalten Winternacht bei gutem atmosphärischen Seeing Objekte mit geringer Höhe über dem Horizont beobachtet werden. Die Bilder im 102/1200 sind dann deutlich ruhiger, als im 80/1200.

Als Okularauszug wurde ein Telementorauszug von Zeiss Jena verwendet (Bild 4).

 

 

 

Bild 4: Okularseite mit Sonnenprisma

 

Der Okularauszug wurde in einen Aluminiumring eingeschraubt. Im Fernrohr befindet sich im Abstand von einigen Zentimetern vom Tubusende ein massiver Messingring. Der Aluminiumring mit dem Okularauszug wurde mit drei Zug- und Druckschrauben am Messingring im Tubus angeschraubt (Bild 4). Dadurch ist der Auszug justierbar, außerdem verlagert sich durch den Messingring der Schwerpunkt des Fernrohrs nach hinten.

Der Refraktor hat ein Gewicht von etwa 10 kg. Damit ist das Fernrohr zwar nicht gerade ein Leichtgewicht, kann aber trotzdem noch gut transportiert werden. Für einen sicheren Transport wurde für das Fernrohr eine stabile Holzkiste gebaut (Bild 5).

Da der Refraktor vorwiegend zur Sonnenbeobachtung verwendet wird, wurde auf einen Sucher verzichtet.

 

 

 

Bild 5: Fernrohr in Transportkiste