Kleiner Refraktor 63/420

Kleiner Refraktor 63/420

 

Als Objektiv für den Refraktor wurde ein älteres Objektiv eines Zeiss-Aussichtsfernrohrs Asolia verwendet. Die Einzelteile des Refraktors sind in Bild 1 zu sehen.

 

Bild 1: Einzelteile des Refraktors vor dem Zusammenbau

 

Das Objektiv wurde bei eBay sehr günstig gekauft. Der Zustand war entsprechend schlecht. Zwischen den Linsen hatte sich ein Belag gebildet.  Die fest mit der Objektivfassung verbundene Taukappe war so stark verbeult, dass es für nicht sinnvoll erachtet wurde, diese zu richten und das Objektiv als Ersatzteil für ein defektes Asolia zu nutzen. Außerdem war das Gewinde zum Einschrauben in den Fernrohrkörper beschädigt. Deshalb bot sich die Nutzung für ein Selbstbauprojekt an.

Das Öffnungsverhältnis von Achromaten, die für Detailbeobachtungen verwendet werden, sollte mindestens das 1,2-fache der Öffnung in Zentimeter sein. Das Objektiv müsste damit bei einem Durchmesser von 62mm ein Öffnungsverhältnis von 7,6 haben. Mit einem Öffnungsverhältnis von 6,7 wird dieses Kriterium nicht ganz erfüllt – trotzdem ist das Sekundäre Spektrum noch erträglich.   

Aufgrund der zerbeulten Tauschutzkappe wurde zunächst befürchtet, dass sich die Fassung ebenfalls verzogen hat und die Objektivlinsen in der Fassung klemmen. Glücklicherweise ließen sich die Linsen ausschütten, wodurch es überflüssig wurde die Fassung aufzusägen um die Linsen zu retten. Damit konnte die Fassung weiter genutzt werden. Die Taukappe wurde von der Fassung abgedreht. Die Fassung wurde in einen Aluflansch eingeklebt. Mit diesem Flansch lässt sich das Objektiv justierbar an einem Aluring, der am objektivseitigen Ende des Tubus angebracht wird, befestigen (links in Bild 1).

Als Tubus wurde ein Stück Tubus eines Skywatcher 70/700 verwendet. Der Tubus wurde nicht mehr benötigt, da das Originalobjektiv mit einer neuen Alufassung in einen anderen Tubus eingebaut wurde. Ebenfalls vom Skywatcher wurde die Taukappe verwendet.

Zum Fokussieren dient ein Drehfokussierer von Zeiss, der an den älteren Telementoren verwendet wurde. Dieser Fokussierer wurde in einen Aluring eingeschraubt. Der Aluring wird über Zug- und Druckschrauben Justierbar an eine Aluhülse angeschraubt, die sich Okularseitig im Tubus befindet (im Bild 1 rechts, vor Einschieben der Hülse in den Tubus).

Das fertige Fernrohr ist in Bild 2 zu sehen.

 

Bild 2: Der fertige Refraktor

 

Da die Originallackierung des Skywatcher recht gut ist, wurde der Tubus nicht überlackiert – der über die wahre Qualität des Rohres täuschende Schriftzug „Skywatcher“ wird dabei in Kauf genommen – dieser ist ohnehin unter der Rohrschelle verborgen.

Da das Objektiv mit Glasweg gerechnet wurde, sollte es mit einem Zenitprisma benutzt werden. In Bild 2 ist der Refraktor wird mit einem original Zeiss-Jena Zenitprisma zu sehen.