Justierokular für Refraktoren

Justierokular für Refraktoren

 

Die volle Leistung eines Refraktors kann nur genutzt werden, wenn dieser richtig justiert ist. Zum Justieren kann man sich mit einfachen Mitteln eine Vorrichtung selbst bauen (Bild 1).

 

Bild 1

 

Für das in Bild 1 dargestellte Justierokular wurde in ein Stück Alurohr mit einem Durchmesser von 30mm mit einer Metallbügelsäge ein entsprechendes Fenster gesägt. In den linken Teil des Rohres wurde ein Holzstück eingesetzt, wobei das Holz mit dem Fenster abschließt. Das Holz wurde zentral durchbohrt und der im Fenster sichtbare Teil mit weißer Farbe gestrichen. Zum Justieren wird das Justierokular in die Okularsteckhülse des Fernrohrs so tief eingesetzt, dass das Fenster aus der Hülse hervorragt (Bild 2). 

 

Bild 2

 

Da der Durchmesser des Okulars etwas zu klein ist, wurde der Teil, der sich in der Steckhülse befindet mit mehreren Lagen Papier umwickelt (natürlich ist es eleganter, wenn man sich ein Rohr mit entsprechendem Durchmesser dreht, da aber ein Stück Abfallrohr vorhanden war und das Okular so ohne Einschränkung auch funktioniert, wurde dieser Aufwand gespart). Auf das Objektiv muss der Objektivschutzdeckel aufgesetzt werden (wenn dieser nicht vorhanden ist, kann man sich auch mit einem lichtundurchlässigen Tuch behelfen). Wenn man jetzt durch das Okular schaut, sieht man mehrere Reflexe des weiß gestrichenen Holzstücks, die von den verschiedenen Flächen des Objektivs erzeugt werden (Bild 3).

 

Bild 3 

 

Wenn das Objektiv nicht justiert ist, sieht man die Reflexe nebeneinander (wie in Bild 3). Mit den Justierschrauben des  Objektivs müssen die Reflexe so verstellt werden, dass diese übereinander liegen, dann ist das Objektiv korrekt justiert.

Mit diesem Okular kann man auch den Okularauszug Justieren (falls dieser justierbar ist, der nicht justierbare Auszug in Bild 2 ist ein schlechtes Beispiel). Dazu entfernt man das Objektiv des Fernrohrs. Anstelle des Objektivs steckt man eine Holzscheibe (Pappe geht zur Not auch), die eine zentrale Bohrung im Durchmesser des Justierokulars hat, in die Vorderseite des Tubus. Das Justierokular wird in die Bohrung der Scheibe eingesteckt. In die Okularsteckhülse wird ein Okular mit langer Brennweite und nicht zu vielen Linsen eingesteckt (z.B. ein Plösslokular mit 40mm Brennweite) und das Okular abgedeckt. Nun kann man weiter wie beim Objektiv verfahren.  

 

Abschätzung der Genauigkeit  

Die Genauigkeit der Methode soll am Beispiel eines Refraktors Skywatcher 70/700  betrachtet werden. Bei diesem Fernrohr liegen die Spiegelbilder der ersten und letzten Fläche  etwa 1220mm entfernt. Wenn diese beiden Spiegelbilder mit einem Versatz von 5mm gesehen werden, dann würde das einer Kippung von etwa 0,23° entsprechen. Dies würde bedeuten, dass die optische Achse im Okularauszug einen seitlichen Versatz von etwa 2,9mm hat. Damit dürfte die Methode zum Justieren von Refraktorobjektiven hinreichend genau sein (Die Spiegelbilder lassen sich wesentlich genauer als die zur Verdeutlichung angesetzten 5mm zur Deckung bringen).