Verbesserung eines Okularauszugs von Skywatcher

Verbesserung eines Okularauszugs von Skywatcher

 

Der Okularauszug an einem Skywatcher Fraunhofer 150/1500 erwies sich als unbrauchbar. Beim Fokussieren kippte das innere Rohr so stark, dass bei Beobachtung mit einem 6mm-Orthoskopischen Okulars ein zentral eingestelltes Objekt aus dem Bildfeld verschwand. Die Ursache dafür dürfte darin liegen, dass der Auszug ziemlich ungünstig aufgebaut ist. So wird das innere Rohr mit der Fokussierwelle gegen eine Teflonstreifen gedrückt (im Bild 1 durch einen Pfeil gekennzeichnet). Beim Fokussieren hat das Rohr damit keine Führung. Besser wäre es gewesen, wenn das Rohr gegen zwei versetzte Streifen gedrückt werden würde.  Zwei solche Streifen befinden sich neben der Zahnstange des Fokussierantriebes (die Teflonstreifen sind im Bild 1 nicht zu sehen, die entsprechenden Stellen wurden im Bild durch schwarze Kreise gekennzeichnet) und damit eigentlich auf der falschen Seite.

 

 

Bild 1: Fernrohrseitiges Ende des Okularauszugs mit eingebauten Kugellagern

 

 

Um dem Rohr Führung zu geben, wurden  in den Auszug drei Kugellager am fernrohrseitigen Ende des Auszugs eingebaut (Bild 1).  Für die beiden oberen Kugellager wurden Lager verwendet, die bereits in entsprechenden Halterungen montiert waren und zufällig in unserer Bastelkiste vorhanden waren. Da nur zwei montierte Lager zur Verfügung standen, wurde für das untere Lager eine entsprechende Halterung aus einem Stück Aluwinkel gebaut. Dabei wurde versucht die Unterseite des Winkels so abzufeilen, dass das Rohr straff zwischen die Lager passt. Da dies nicht ganz gelang, wurde unter eines der oberen Lager (im Bild das linke Lager) ein Stück Blech untergelegt.

Diese ganze Bastelarbeit war ursprünglich eigentlich nur als Versuch gedacht. Es war vorgesehen, den Auszug gegen einen vernünftigen Okularauszug auszutauschen, dem Bastelversuch wurden eigentlich keine großen Erfolgschancen eingeräumt. Umso überraschender war das Ergebnis. Der Auszug zeigte keinerlei Shifting und lies sich sehr feinfühlig verstellen. Deshalb wurde beschlossen, den Auszug weiter zu verwenden. Da das innere Rohr zu lang war und unnötiges Streulicht erzeugte, wurde dieses noch etwas gekürzt. Ein Nachteil, der sich nicht so ohne weiteres beseitigen lassen dürfte ist, dass der Auszug mit drei Schrauben fest am Tubus befestigt wird und damit nicht justiert werden kann. Eine Kontrolle zeigte aber, dass der Auszug fast perfekt justiert ist.