Parallaktische Montierung 2

Parallaktische Montierung 2

 

Bild 1 zeigt eine parallaktische Montierung, welche aus einem Versuch entstanden ist, eine möglichst kompakte Montierung mit kurzen Hebeln zu bauen.

 

Bild 1

 

Die Rektaszensionsachse besteht aus einer Scheibe, an die eine kurze Achse aus Aluminium angesetzt wurde (Bild 2, rechts).

 

 

Bild 2: Rektaszensionsachse (rechts im Bild) und Achsgehäuse mit eingesetzten Lagern (links im Bild)

 

In die Scheibe ist der obere Ring eines Axiallagers (51116) eingelassen. Als Achsgehäuse wurde ein Aluquader mit einem aufgeschraubten Aluring verwendet. In den Aluquader wurde der untere Ring des Axiallagers eingepasst. Der Aluring dient zusammen mit dem weißen Teflonring, der in Bild 2 zu sehen ist, zur Abdichtung des Axiallagers. Zur Aufnahme der Radialen Kräfte wird ein zweireihiges Schrägkugellager (3208) benutzt. Der Außendurchmesser des Schräglagers ist wie der Innendurchmesser des unteren Axiallagerrings 80mm. Der untere Teil des Schräglagers wurde in den Aluquader eingepasst, der obere Teil sitzt im unteren Ring des Axiallagers. Unter dem Schräglager wurde der Ring eines Kegelrollenlagers (32007)  in den Aluquader eingepasst. Das Kegelrollenlager wird gegen das Axiallager verspannt.

Die kurze Aluachse wurde zunächst in die Scheibe eingepasst und mit der Scheibe verschraubt und verklebt. In einer Aufspannung wurden in der Drehbank der Sitz des oberen Axiallagerrings, die Lagersitze für das Schräglager und das Kegelrollenlager gedreht und die zentrale  Bohrung gebohrt. Die Bohrung geht fast durch die gesamte Achse und nimmt eine 10mm-Stahlachse auf, auf die das Schneckenrad aufgesteckt wird. Da die Montierung nur visuell benutzt werden soll, wurde nur ein einfaches und kostengünstiges Schneckenrad (10Sr90 von Kremp) verbaut. Das Schneckenrad hat original eine 10mm Bohrung. Da die Bohrung nicht aufgedreht werden sollte und befürchtet wurde, dass eine 10mm Aluachse das Schneckenrad nicht sicher genug trägt, wurde die Variante mit der eingesetzten Stahlachse gewählt. Die Bohrung wurde zunächst mit einem 6mm und einen 8mm Bohrer vorgebohrt. Die benutzten Bohrer waren relativ neu und hatten noch den originalen Maschinenschliff um sicherzustellen, dass die Bohrung möglichst zentrisch in der Achse sitzt. Fertig gebohrt wurde dann mit einem neuen 10mm Bohrer. 

Im Bild 2 sind vorn neben der kurzen Achse zwei Gewindestifte zu erkennen. Diese Gewindestifte und ein dritter Stift, der sich hinter der Achse befindet, dienen dazu, das Schräglager zu verspannen (nachdem das Axiallager und das Kegelrollenlager verspannt wurden). 

Als Gehäuse für die Deklinationsachse wurde ein Aluvierkant mit einer Kantenlänge von 100mm verwendet. Die Deklinationsachse ist eine Stahlwelle mit einem Durchmesser von 30mm. Das obere Lager der Deklinationsachse (ein Kegelrollenlager 32010) sitzt nicht direkt auf der Achse, sondern auf einen Aluminiumflansch, in den die Achse eingepasst und eingeklebt wurde (Bild 3).

 

     

 

Bild 3: oberes Ende der Deklinationsachse mit Aluflansch und Innenteil des Kegelrollenlagers

 

Der Vorteil dieser Anordnung ist, dass dadurch eine sehr steife Verbindung zwischen Flansch und Achse entsteht. Außerdem entsteht ein kurzer Kragarm.

Als unteres Lager der Deklinationsachse wurde ein zweireihiges Pendelkugellager (2306) verwendet. Die Verwendung eines Pendellagers hat den Vorteil, dass die Lagersitze der beiden Lager nicht genau ausgerichtet werden müssen.

Das Kegelrollenlager und das Pendellager werden mit Hilfe einer kräftigen Tellerfeder verspannt (Bild 4).

 

 

Bild 4: Unteres Ende der Deklinationsachse, vor dem Verspannen der Lager

 

Zum Verspannen wird ein Ring mit Gewindestiften auf der Welle fixiert. Dann wird mit drei Gewindestiften eine Scheibe gegen die Tellerfeder gedrückt. Diese Anordnung hat den Vorteil, dass fast der volle Durchmesser von 30mm für die Gegengewichtsstange erhalten bleibt. Von der Gegengewichtsstange wurde allerdings bis zum unteren Lagersitz etwas Material abgetragen, damit sich das Lager besser aufschieben lässt. Da die Welle zu lang ist, um diese in unserer Drehbank zwischen den Spitzen drehen zu könne, wurde das Material mit Schleifleinen von der drehenden Welle abgeschliffen. Eine Gegengewichtsstange mit 30mm Durchmesser hat den Vorteil, dass billige Hantelgewichte als Gegengewichte verwendet werden können.   

Die Feinbewegung der Deklinationsachse wird über einen Tangentialarm mit einer Mikrometerschraube realisiert (Bild 1).

Die Montierung besitzt keinen eigentlichen Polblock. Der Aluquader der Rektaszensionsachse wird von zwei Aluwinkeln gehalten (Bild 5). 

 

 

Bild 5

 

Die Aluwinkel sind mit vier M10-Schrauben auf einer 20mm starken Alugrundplatte festgeschraubt. Der Nachteil dieser Anordnung ist, dass sich die Polhöhe nur in engen Grenzen verstellen lässt. Vorteilhaft ist, dass die Anordnung sehr steif ist und dass das Schneckenrad und die Schnecke ohne zusätzliches Gehäuse geschützt untergebracht sind.