Azimutale Montierung

Azimutale Montierung

 

Ziel war es, eine stabile und leicht zu transportierende azimutale Montierung zu bauen. Die fertige Montierung auf einem Stativ von Baader mit einem MK 67 zeigt Bild1.

 

 

Bild 1: Azimutale Montierung auf Baader-Stativ mit MK 67 von INTES

 

Für den Transport der Montierung wurde eine Holzkiste (die Kiste enthielt ursprünglich ein Impfbesteck der Bundeswehr und wurde bei eBay günstig ersteigert) entsprechend modifiziert (Bild 2). In Bild 3 ist die Montierung mit den verwendeten Lagerarten dargestellt. Die horizontale Achse ist eine 30mm Stahlwelle. Auf eine 30mm Welle passen handelsübliche Hantelgewichte. Die horizontale Achse ist in Dünnringlager (Typbezeichnung 61806) gelagert. Da die Dünnringlager nur eine relativ geringe Tragfähigkeit besitzen wurden diese Paarweise verwendet, die Welle ist also in insgesamt vier Kugellagern gelagert. Die Lager wurden paarweise in einem Aluminiumquader eingepasst. 

 

 

Bild 2: Azimutale Montierung im Transportkoffer

 

Die Lager sind von beiden Seiten mit einer Scheibe verspannt. Die Scheiben werden von jeweils drei M3 Madenschrauben gegen die Innenringe der äußeren Lager gedrückt. Die Madenschrauben befinden sich in Ringen, die mit fünf M6 Madenschrauben auf der Welle fixiert sind. Man könnte die Lager auch mit Schraubringen verspannen. Es war aber beabsichtigt, dass der Durchmesser der vorhandenen 30mm-Welle nicht geändert werden muss (wenn Gewinde auf die Welle geschnitten worden wäre, hätten die Wellenstücke vor dem Gewinde einen geringeren Durchmesser bekommen müssen), damit die kostengünstigen Hantelgewichte als Gegengewichte verwendet werden können.

Der Aluminiumquader mit der horizontalen Welle wurde auf eine Aluminiumscheibe mit einem Durchmesser von 100mm geschraubt. In die Scheibe wurde der obere Ring eines Axiallagers eingepasst. Der andere Ring des Axiallagers wurde in ein Stück Rundaluminium von ebenfalls 100mm eingepasst, welches das vertikale Montierungsgehäuse bildet. Das vertikale Montierungsgehäuse ist durchbohrt und von unten wurde ein Kegelrollenlager eingepasst. An die Scheibe mit der horizontalen Welle ist nach unten zentrisch eine Aluminiumachse angeschraubt, die durch den Innenring des Kegelrollenlagers geht. Das Kegelrollenlager wurde dann  gegen das Axiallager verspannt.   

 

 

Bild 3: Azimutale Montierung mit den verwendeten Lagern 

 

Die Klemmung im Azimut  erfolgt durch einen Aluring um das Axiallager. Der Ring wird mit einer Schraube, welche durch die obere Scheibe geht, auf  das azimutale Montierungsgehäuse gedrückt. Um ein Festfressen des Klemmrings aus Alu auf dem Gehäuse, welches ebenfalls aus Aluminium besteht, zu vermeiden, wurde noch zwischen Klemmring und Montierungsgehäuse ein Ring aus dünnem Messingblech gelegt.

Das vertikale Montierungsgehäuse  ist auf eine Messingscheibe aufgeschraubt worden. In dieser Messingscheibe befindet sich zentrisch ein M12-Gewinde, mit dem die Montierung von unten auf einer ebenen Fläche fest verschraubt werden kann.

Die Montierung könnte aufgrund der verwendeten Lager auch ohne Gegengewichte verwendet werden. Da sich aber dadurch der Schwerpunkt ungünstig verlagert und das Stativ dadurch leicht kippen könnte, wird die Montierung mit Gegengewichten verwendet.

Bisher wurde die Montierung nur auf dem Baader-Stativ verwendet. Mit dem MK 67 ist diese Anordnung sehr steif und schwingt kaum. Mit einem 6-zoll f/10 Refraktor entstehen beim Fokussieren schon stärkere Schwingungen. Diese dürften aber vom Stativ und nicht von der Montierung verursacht werden.