Reduzierung von Streulicht beim Deltrintem 8x30

Reduzierung von Streulicht beim Deltrintem 8x30

 

Die Bilder der neueren 8x30 Ferngläser von Carl Zeiss Jena leiden erheblich unter Streulicht. Hauptverursacher des Streulichts sind Tuben aus Plaste hinter den Objektiven. Bei älteren Ferngläsern sind diese Tuben aus Aluminium und ordentlich geschwärzt. Die Plastetuben dürften seit Ende der 60-ziger Jahre verwendet worden sein. Alle mir bekannten Gläser mit MC-Vergütung waren mit den Plastetuben ausgestattet.

Zur Streulichtverringerung habe ich die Tuben entfernt (eine Schwärzung der Tuben würde sicher auch schon zur Streulichtverringerung führen, allerdings dürfte das Entfernen der Tuben das Streulicht besser reduzieren). In Bild 1 befindet sich links ein Objektiv mit Tubus, beim rechten Objektiv ist der Tubus bereits abgeschraubt worden. Es kann vorkommen, dass sich die Tuben nicht abschrauben lassen, da diese festgeklebt sind. Dann müssen diese mit sanfter Gewalt vorsichtig heraus gebrochen werden.    

 

 

Bild1: Feldstecherobjektive mit und ohne Tubus und selbstgebaute Prismenabdeckung

 

Ohne die Tuben kann jetzt Licht auf die Prismen fallen. Um dies zu verhindern, wurde aus dem dünnen Blech einer Cremedose eine Prismenabdeckung mit Hilfe einer kräftigen Haushaltsschere geschnitten und mit Mattlack gestrichen (in Bild 1 vorn). Diese Abdeckung wird über dem objektivseitigen Prisma montiert (Bild 2). Zusätzlich wurde noch die dem Strahlengang des jeweiligen Objektivs zugewandte matte Seite der Prismen geschwärzt. Außerdem kann es bei einigen Gläsern noch erforderlich sein, das von der Objektivseite zugängliche Fernglasgehäuse innen  mattschwarz zu streichen.

Durch diese Maßnahmen wird bereits der größte Teil des Streulichts im Fernglas beseitigt.

Eine weitere Streulichtquelle sind die Tuben vor den Okularen. Bild 3 zeigt die Okularseite des Fernglases, wobei die Okulare demontiert worden sind (die Streulichtquelle ist mit dem Pfeil gekennzeichnet). Beim rechten Rohr wurde außerdem die obere Abdeckung entfernt und das Rohr, in dem das Okular geführt wird, abgeschraubt. Wie man sieht, kann der obere Tubus nicht demontiert werden, da dieser Teil des Gehäuses ist. Hier hilft also nur den Tubus zu schwärzen. Das geht am besten, wenn die Okulare wie im Bild 3 demontiert werden. Wenn man diesen Aufwand scheut, kann man die Tuben auch nach Ausbau der objektivseitigen Prismen von der Objektivseite her schwärzen. Dazu sollten die Okulare mit Hilfe des Mitteltriebes so weit wie möglich herausgedreht werden. Dann befinden sich die Feldlinsen des Okulars so weit hinten, dass die okularseitigen Tuben mit einem dünnen Pinsel mit nicht zuviel Farbe vorsichtig geschwärzt werden können. Damit keine Farbe in die Okularführungsrohre läuft (Vorsicht!, dies kann dazu führen, dass sich die Okulare nicht mehr bewegen lassen, wenn dies passieren sollte, müssen die Okulare dann doch demontiert werden), sollte das Fernglas dabei über dem Kopf (mit der Objektivseite nach unten) gehalten werden.   

   

 

 

Bild 2: Objektivseite des Fernglasgehäuses mit montierter Prismenabdeckung in einem Rohr

 

Es kann übrigens vorkommen, dass sich die Parallelität der Bilder nicht mehr über die Objektivexzenter einstellen lässt (siehe „Über die Parallelität von binokularen Ferngläsern“)  wenn die Prismen demontiert und wieder eingebaut worden sind. Die Prismen lassen sich ziemlich weit verschieben. Deshalb müssen die Prismen erneut  demontiert und etwas verschoben eingebaut werden. Dies muss unter Umständen mehrfach wiederholt werden. Ich hatte auch schon einen Fall, bei dem die Prismen auf Pappstreifen gelagert waren. Nachdem beim Einbau der Streifen auf einer Seite vergessen wurde, ließ sich die Parallelität ebenfalls nicht mehr einstellen. 

 

 

Bild 3: Okularseite des Fernglases mit demontierten Okularen