Umbau eines russischen BPZ 20x60

Umbau eines russischen BPZ 20x60

 

Während russische (bzw. sowjetrussische) Ferngläser im Allgemeinen eine gute Optik besitzen, ist die Mechanik öfter nicht zufrieden stellend. So auch bei einem bei eBay günstig erworbenen BPZ 20x60. Aufgrund der leichtgängigen Zentralfokussierung und der mangelnden Steifigkeit der Okularbefestigung (aus Plaste) konnte es vorkommen, dass sich die Schärfe beim Beobachten verstellt. Außerdem passten die Okulare so schlecht auf die Okularstutzen, dass die Fusion der beiden Teilbilder nicht stabil war. Deshalb wurde der Feldstecher von Zentralfokussierung auf Einzelokulareinstellung umgebaut. Dazu wurden zwei Okulare verwendet, die aus monokularen 8x30 Feldstechern russischer Produktion ausgebaut wurden. Da sich diese Okulare aufgrund des nicht passenden Gewindes nicht direkt in den Feldstecher einschrauben lassen, wurden die Okularstutzen des Feldstechers entsprechend ausgedreht und die Okulare mit Zweikomponentenkleber eingeklebt (Bild1).   

 

 

 

Bild1: Okular, abgedrehter Okularstutzen des Feldstechers, noch nicht bearbeiteter Okularstutzen (von links nach rechts)

 

Dabei wurde vorher gemessen, wie weit die Okulare in die abgedrehten Stutzen eingelassen werden müssen, damit das Glas scharf eingestellt werden kann.

Nach dem Umbau hat sich die Vergrößerung des Feldstechers leicht geändert. Es wurde eine Austrittspupille von etwa 3,3 mm gemessen, was einer 18-fachen Vergrößerung entspricht. Der Feldstecher zeigt nach dem Umbau ein subjektiv als sehr scharf und kontrastreich empfundenes Bild auf etwa 80% des Bildfeldes. Auf den restlichen 20% des Bildfeldes wird das Bild zum Bildfeldrand zunehmend unschärfer, wobei die Randunschärfe als nicht so stark wie bei den Porrogläsern von Zeiss Jena empfunden wird.

 

     

 

 

 

Bild2: umgebauter Feldstecher