Ein einfaches Bino

Ein einfaches Bino

 

Die Objektive eines bei eBay billig ersteigerten Tento 20x60 mit defekter Fokussierung bildeten die Grundlage für das hier beschriebene Bino mit 90°- Einblick. Diese Objektive hatten schon in einem umgebauten 20x60 Feldstecher eine gute Abbildungsleistung gezeigt (Umbau eines russischen BPZ 20x60) . Allerdings ist bei geradsichtigen Ferngläsern die Beobachtung von zenitnahen Objekten nicht sehr komfortabel, weshalb das Bino mit 90°- Einblick gebaut wurde. Das fertige Bino zeigt Bild 1.

 

 

Bild 1: Bino 18x60 und monokulares Fernrohr 14x80 auf azimutaler Montierung und Baader-Holzstativ

 

Da das Bino nur einfache Prismen besitzt, und damit ein seitenverkehrtes Bild zeigt, erhielt es zum besseren Auffinden von Objekten einen monokularen Feldstecher als Sucher.

Das Bino wurde aus Aluplatten gebaut (Bild 2).

 

 

Bild 2: Bino ohne Abdeckung

 

Die justierbaren Objektivfassungen haben einen Rand, mit dem die Objektive im Feldstecher gehalten werden. Von diesem Rand wurde jeweils an einer Stelle etwas weg gefeilt, damit sich ein Augenabstand von 67mm erzielen lässt. Die Objektive befinden sich auf einer Aluplatte mit entsprechenden Öffnungen. Gehalten werden die Objektive durch eine zweite Platte aus 1mm Alublech.

 

 

Bild 3: Die Objektive mit Halterungen

 

Da die Öffnungen in der Platte und im Alublech etwa 1,5mm größer sind als die Fassungen unter und über dem Rand, lassen sich die Objektive etwas verschieben. Diese Einrichtung war zum Einstellen des optimalen Augenabstandes erforderlich.

Zur Umlenkung des Strahlenganges werden einfache 90°-Prismen verwendet. Bild 4 zeigt die  Halterungen der Prismen aus Aluminium.

 

 

Bild 4: Die Prismen mit Halterungen

 

Die Prismenhalterungen werden mit M4-Schraben befestigt, wobei die Befestigungslöcher einen Durchmesser von 7mm haben. Dadurch können die Halterungen zur Feinjustierung noch etwas verschoben werden (damit die Schraubenköpfe einen sicheren Halt über den Bohrungen haben, wurden unter die Schraubenköpfe große Unterlegscheiben gelegt). Zur groben Vorjustierung können die Prismen in ihren Halterungen gedreht werden.

Als Okulare wurden zwei Okulare von monokularen russischen 8x30- Feldstechern verwendet. Da die Okulare fokussierbar sind, musste keine eigene Mechanik zur Fokussierung gebaut werden. Die Okulare wurden in Aluringe eingeklebt. Die Aluringe sind auf einer Aluminiumplatte befestigt. In Bild 5 ist oben rechts einer der beiden Aluringe zu sehen. Neben dem Ring befindet sich in Bild 5 ein weiterer Ring aus Alublech. Im linken Teil der in Bild 5 gezeigten Aluminiumplatte ist der Ring mit Hilfe des Ringes aus Alublech bereits auf der Aluminiumplatte befestigt, wobei sich der Aluring zur Okularaufnahme unter der Aluminiumplatte befindet. Die Bohrungen in der Aluminiumplatte zur Befestigung des Ringes zur Okularaufnahme haben einen Durchmesser von 7mm. Die Ringe sind mit M4-Schrauben befestigt. Dadurch können die Okulare zur Justierung der Konvergenz etwas verschoben werden.

 

 

Bild 5: Teile zur Aufnahme der Okulare

      

Die in den Bildern gezeigten blanken Metallteile wurden vor dem Einbau in das Bino noch mit mattschwarzem Lack gestrichen.

Ein Nachteil des Binos ist, dass sich der Augenabstand nicht verstellen lässt. Bei ersten Tests zeigte sich, dass der Augenabstand recht genau eingestellt werden muss. Damit kann des Bino in der Regel nicht von mehreren Beobachtern genutzt werden.

Die Fusion konnte mit den oben beschriebenen Justiermöglichkeiten (zur Justierung der Fusion siehe hier Justieren von binokularen Ferngläsern) gut justiert werden.

Die Materialkosten für das Bino betrugen einschließlich der Optik weniger als 60 EURO. Am Himmel hat sich das Bino bewährt. Gegenüber dem geradsichtigen Bino mit gleicher optischer Leistung (siehe Link Oben) ist das Beobachten in großen Höhen entspannter. Dadurch erscheinen die beobachteten Objekte deutlicher. Allerdings stört bei einigen Objekten (z.B. bei den Plejaden) die fehlende Randschärfe mehr, als beim Beobachten mit einem geradsichtigen Fernglas.