Reparatur eines Dachkantprismas

Reparatur eines Dachkantprismas

 

Monokulare Prismenfeldstecher eignen sich recht gut als Sucher, da sie ein aufrechtes und seitenrichtiges Bild zeigen. Das Dachkantprisma eines monokularen Dachkantglases 8x56, welches als Sucher an einem Refraktor benutzt werden sollte, war an einer Seite gesprungen (Bild1).

 

 

Bild 1. defektes Prisma

 

Dieser Sprung störte im Bildfeld erheblich. Nach Ausbau des Prismas aus dem Prismenstuhl, lies sich die abgesprungene Glasscherbe vom Prisma lösen. Da kein entsprechendes Dachkantprisma vorhanden war und sich auch nicht mit vernünftigen Kostenaufwand beschaffen lies, wurde die Scherbe mit Kanadabalsam wieder an das Prisma angekittet. Das reparierte Prisma zeigt Bild 2.

 

 

Bild 2. Prisma nach dem Verkitten

 

Reste von Kanadabalsam, welche aus der Kittfläche auf optisch aktive Flächen des
Prismas gelangt sind, wurden mit Isopropylalkohol entfernt. Bild 3 zeigt den Anblick durch das Glas von der Objektivseite.

 

Bild 3. Kittfläche, Anblick durch das Objektiv

 

Rechts neben der (unscharf abgebildeten) Dachkante ist die gekittete Bruchstelle zu sehen. Beim Blick durch das Okular ist die Kittstelle allerdings nicht zu bemerken.

Wichtig ist, dass das verkittete Prisma so eingebaut wird, dass die Kittfläche nicht auf Scherung belastet wird (eventuell durch entsprechend untergelegte Pappstreifen), da sich die Verkittung lösen kann, wenn sie unter mechanischer Spannung steht.