Bastelfernglas 4x20

Bastelfernglas 4x20

 

Bild 1 zeigt zwei monokulare 4x20 Gläser von Zeiss. Monokulare 4x20-Gläser wurden im ersten Weltkrieg teilweise als Richtfernrohre für Signalgeräte benutzt (eine detaillierte Beschreibung mit Abbildung der Signalgeräte ist bei Seeger in [1] zu finden). Diese Gläser besitzen am Gehäuse Stege zur Montage auf Signaleinrichtungen.

 

Bild 1: Monokulares Glas 4x20, das Glas im Bild rechts trägt auf dem okularseitigen Abschlussdeckel die Kennzeichnung MBlink16 und hat Stege für die Montage auf einem Blinkgerät

 

Bild 2 zeigt ein binokulares Glas, das aus zwei dieser monokularen Gläser gebaut wurde.

 

Bild 2: Binokulares 4x20, gebastelt aus zwei monokularen 4x20 Gläsern

 

Offenbar gab es diese Gläser in linker und rechter Ausführung für verschiedene Geräte. Das rechte Glas ist mit MSig.16 beschriftet, auf dem linken Glas ist die Beschriftung nicht mehr zu identifizieren. Die beiden Gläser wurden durch einen Kupferblechstreifen zu einem binokularen Glas verbunden. Die beiden Teilbilder fusionierten bei dem Glas zunächst nicht, durch etwas Biegen, ließ sich aber die Fusion herstellen. Die beiden längeren Schrauben sind ohne erkennbare Funktion, da diese lediglich durch jeweils eine Bohrung im Blechstreifen in den Befestigungssteg geschraubt worden sind und eigentlich nichts halten. Da die Schrauben aber offenbar aus der Zeit sind, wurden diese am Glas belassen.

Die Bastellösung stammt offensichtlich aus einer Zeit, zu der Prismengläser nicht für Jedermann erschwinglich waren. Wahrscheinlich konnte man militärische Restbestände günstiger erwerben, wodurch hier jemand zum Basteln animiert wurde.