Messen der Fernrohrvergrößerung

 

Die Vergrößerung eines Fernrohrs kann durch den Quotienten aus Eintrittspupille und Austrittspupille bestimmt werden. Pupillen sind definiert als Bilder der Aperturblende, das objektseitige Bild ist die  Eintrittspupille, das bildseitige Bild die Austrittspupille. Bei Fernrohren existiert für gewöhnlich kein objektseitiges Bild der Aperturblende, die Aperturblende (bei Fernrohren die wirksame Öffnung, für gewöhnlich der Linsenrand bzw. Spiegelrand) ist hier in der Regel auch die Eintrittspupille. Die Austrittspupille ist das vom Okular erzeugte Bild des Objektivs (der Aperturblende).

 

Bild 1: Austrittspupillen von zwei 8x30 Feldstechern. Beim rechten Feldstecher ist das Bild weiter vom letzten Linsenscheitel entfernt (Brillenträgerokular).

 

Die Austrittspupille kann man beim keplerschen Fernrohr messen. Am einfachsten funktioniert das mit einem sogenannten Fadenzähler. Fadenzähler sind Lupen, mit einer in zehntel, oder zweizehntel Millimeter geteilten Skala zum Messen kleiner Abstände (Bild 2).

 

Bild 2: Verschiedene Fadenzähler, oben im Bild hinter einem monokularen Feldstecher, rechts unten im Bild ein Dynameter von Zeiss zur Messung von Durchmesser und Lage der Austrittspupille.

 

Einfachere Fadenzähler kosten nicht viel, auf dem Gebrauchtmarkt bekommt man auch ältere, bessere Geräte für wenig Geld. Bild 3 zeigt die Messung der Austrittspupille eines monokularen 7x50 Feldstechers mit einem einfachen Fadenzähler.

 

Bild 3: Die Austrittspupille eines Feldstechers durch einen einfachen Fadenzähler.  

 

Von Zeiss-Jena wurde ein Gerät zur Messung der Austrittspupille gebaut. Eine Prinzipskizze dieses als Dynameter bezeichneten Gerätes zeigt Bild 4.

 

Bild 4: Prinzipskizze des Dynameters hinter einem keplerschen Fernrohr

 

Mit dem Dynameter kann zusätzlich zum Durchmesser der Austrittspupille noch deren Abstand von der Auflagefläche des Dynameters gemessen werden.